March 2, 2006
Schwere Sprache
Es ist schon nicht einfach, das Kommunizieren. Bereits im Gespräch kommt es zu Mißverständnissen – und das, obwohl man die Mimik, Gestik und Körperhaltung des Gegenübers als Hilfestellung hat.
Im Berufsleben jedoch wird immer öfters und immer mehr mit Email kommuniziert. Schnell mal gemailt, das ersetzt ein ganzes Meeting? Denkste! Das Falschverstehen kommt viel zu oft vor, als dass man sich zu sehr auf Email als Kommunikationsmittel alleine verlassen könnte.
In Telepolis beleuchtet Wolf-Dieter Roth das Thema näher:
Wirklich interessant ist auch dieser Passus:
Besonders in Beziehungen wird oft erwartet, dass der andere “Gedanken lesen” kann, nur weil das vor allem in der ersten Verliebtheit so wunderbar funktioniert hat, wo doch in Wirklichkeit nur ähnliche Stimmungen vorlagen.
Wieso “Besonders in Beziehungen”? Bei unserem Chef-Chef bekomme ich immer wieder mit, dass ich seine Gedanken nicht lesen konnte. “Das habe ich Ihnen doch damals alles gesagt!”. Ach was! Gesagt hat er einen locker dahingeworfenen Satz mit Plattitüden wie “Da müsste man mal … Notieren Sie mal ein paar Stichworte, so Brainstorming”. Das hat er dann auch bekommen. Ewig nachgehakt … dann nach vielen Wochen wird das fehlende Konzept und die fehlende Rückmeldung moniert.
Gelernt ist gelernt. Also wird jedes Mal nachgefragt, was er genau damit meint. Schon kommt eine Pressemitteilung über … was auch immer. Nachhaken: Er wird grantig. Also ob er schon alles mehrfach überpenibel erklärt hat. Wieso kann ich nur seine Gedanken nicht lesen?
February 25, 2006
MACH 3 Gesetz für frische Führungskräfte
Plötzlich und unerwartet geschieht es manchmal. Da wird jemand Führungskraft. Vielleicht hat er es sogar herbeigesehnt. Er hat Anstrengungen dafür unternommen, gehofft. Dann die Bestätigung. Es passiert.
Er wird Manager. Aber warum, aufgrund welcher Kriterien wurde er ausgewählt? Viel zu oft, weil
- er fachlich kompetent ist.
- er sich scheinbar im Unternehmen auskennt.
Viel zu wenig, weil
- er über soziale Kompetenz verfügt.
- er zur Führung “herangezogen” wurde.
Danach wird er alleine gelassen. Oder dann doch einmal einige Monate später (“Sie sind ja jetzt Abteilungsleiter…”) auf ein zweitägiges Seminar geschickt – das dann intern von internem Personal des Personalbereichs durchgezogen wird. Kurz ein paar Hinweise (“Also bei einem Urlaubsantrag müssen Sie folgendes beachten…”), und das ist dann der endgültige Beweis: Er ist fit für die Führung!
So geschieht es auch bei uns (immer wieder). Die neuen Führungskräfte stehen dann unter Erfolgsdruck und unter der Knute vom MACH 3 Gesetz:
- MACHen Sie mal…
- Sie MACHen das schon.
- Ansonsten MACH ich Ihnen einen!
Angeregt zum MACH 3 Gesetz wurde ich durch Marcel Widmers Beitrag “Und plötzlich bin ich Führungskraft“.
February 24, 2006
Guten Tag
Damit sollte der Tag beginnen: “Guten Tag”. Zwei einfache, kurze Worte, die man freundlich mit erhobenem Gesicht dem Entgegenkommenden entgegnet. Leicht lächelnd vielleicht, ein angedeutetes Kopfnicken dazu. Und schon beginnt der Tag voller Zuversicht. Diese Medizin muss nicht direkt am Morgen genommen oder verteilt werden. Sie wirkt immer. Denn Feundlichkeit und Höflichkeit ist ansteckend und wirkt.
Na ja, bei den meisten jedenfalls. Beispielsweise nicht wirkt sie vorwiegend bei einem Leiter der Unternehmenskommunikation. Still den Kopf nach unten gesenkt auf den Aufzug wartend, einsteigend, aussteigend. Die ganze Zeit einen Schreibblock fest umschlossen, den Blick darauf verweilend. Zum Schluss noch ein verwirrtes Aufblicken (“Huch, da ist ja…”). Schwups, weg ist er.
Oder in der Betriebsversammlung: Wer steht da einsam an der Säule, die Arme verschränkt oder die Hände in den Hosentaschen? Richtig. Wer ist immer in Gedanken vertieft, wenn man ihn auf dem Flur erblickt? Richtig.
Es gibt auch andere. Solche, die immer höflich grüßen. Ein Lächeln auf dem Gesicht. Wer ist das nochmal … Auf Anhieb fallen mir da in unserem Hause besonders ein:
- Die hilfreichen Geister (Putzkräfte, Hausdruckerei, Möbelpacker …), intern und extern
- Die im Stillen arbeitenden Kollegen, die sich freuen, wenn man sie ernst nimmt und mit Ihnen spricht.
Vielleicht täte dem einen oder anderen ein Jobwechsel ganz gut…
Spezialist für Unternehmerisches Denken
Im Februar startete das Excellence Blog von Kai-Jürgen Lietz:
Sie sind Unternehmer oder ein Unternehmensgründer?
Meinen Glückwunsch! Sie gehören damit zu der Minderheit der “Macher” in Deutschland!
Wahrscheinlich kennen Sie bereits einen Großteil der Werkzeuge Unternehmerischen Denkens und doch fehlen Ihnen noch ein oder zwei Teilbereiche, die über so vieles entscheiden können.
Bei mir sind Sie richtig. Ich bin Spezialist für Unternehmerisches Denken. Ich unterstütze Sie dabei, Ihre unternehmerischen Chancen zu nutzen.
Glückwunsch und alles Gute fürs Bloggen – und fürs Geschäft
Ich habe den Anspruch, dass ab einer gewissen Führungsebene – mindestens direkt unterhalb des Vorstandes – auch das Management unternehmerisch denken sollte. Leider fehlt es oft genau da. Wenn dafür noch nicht einmal ein Bewußtsein vorhanden ist, so fehlt es oft auch am (unternehmerischen) Denken an sich.
February 22, 2006
Intranet im Unternehmen
In meinem letzten Beitrag Glaubwürdigkeit in Unternehmen hatte ich von Intranet Blogs gesprochen:
Ein Intranet Blog kann sicherlich einen Boost für die Kommunikation zwischen Management und Mitarbeiter erzeugen.
Durch meine Formulierung entstand wohl der Eindruck, es gäbe bei uns so etwas. Ich hätte im Konjunktiv (“könnte“) schreiben sollen. Nein, das gibt es bei uns nicht. Ich sähe es als einen guten Kanal im Medium Intranet an, durch den das Management mit den Mitarbeitern kommunizieren könnte (und umgekehrt). Allerdings müssten Kommunikation und Handeln übereinstimmen.
Erstens beschränkt sich die Kommunikation in unserem Hause auf Allgemeinplätze und Schlagworte.
Zweitens stimmen Kommunikation und Handeln nicht überein. Solange dies nicht der Fall ist, nützen der beste Kanal und das beste Medium nichts.
Drittens erfordert der Einsatz eines Intranet Blogs (für die Unternehmenskommunikation und -kultur) ein gesamthaftes Kommunikationskonzept. Der isolierte Einsatz eines Kanals ist nicht nur nicht sinnvoll, sondern schädlich. Ob es wohl ein solches Konzept in unserem Hause gibt … Sie vermuten richtig!
February 21, 2006
Glaubwürdigkeit von Unternehmen
Angeblich trauen doch noch viele den Unternehmen. Ein Viertel sogar. Aus meiner persönlichen Perspektive bin ich überrascht, dass doch noch so viele an die Glaubwürdigkeit von Unternehmen bzw. ihres Unternehmens glauben. Vermutlich treibt der Anteil derjenigen, die Vertrauen in die Offenheit der Unternehmen nach außen (die Öffentlichkeit) haben, den Gesamtanteil nach oben.
Der PR Blogger Klaus Eck nämlich berichtet über eine Studie zu diesem Thema:
Gerade einmal ein Viertel der Bundesbürger glauben, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter und die Öffentlichkeit wirklich offen informieren. Das ist ein erschütterndes Ergebnis einer Umfrage. Schließlich sollte das oberste Ziel der Unternehmenskommunikation die eigene Glaubwürdigkeit sein. Lügen, Verschleiern, Manipulieren und Schönwetter-Kommunikation gelten als die größten Killer der Glaubwürdigkeit von Unternehmen. Das ist das wenig überraschende Fazit einer Studie des Fachgebiets für Kommunikationswissenschaft und Journalistik der Universität Hohenheim, in der analysiert wurde, was die Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen, PR-Agenturen sowie Non-Profit-Organisationen unter Glaubwürdigkeit verstehen und wie die Praxis aussieht. Die Befragten waren sich relativ einig darüber, dass die Glaubwürdigkeit eine grundlegende Basis des eigenen Handelns darstellt und zentrales Ziel jeglicher Kommunikation eines Unternehmens sein sollte. Entscheidend dafür seien Wahrheit, Transparenz und Übereinstimmung von Reden und Handeln.
Kommunikation und Kommunikation im Unternehmen, das beschäftigt mich derzeit am meisten. Da sehe ich den letzten Satz leider nicht in einer Wahrheitswolke. Ein Intranet Blog kann sicherlich einen Boost für die Kommunikation zwischen Management und Mitarbeiter erzeugen. Jedoch: Das Huhn muss zuerst fliegen. Dann kommt das Ei von alleine.
Wenn das Management (Bereichsleiter, Abteilungsleiter) nur Gemeinplätze von sich geben, nur endgültige Entscheidungen kommunizieren (ohne Wissen über die Zusammenhänge und die Involvierung kompetenter Mitarbeiter), dann sogar noch anders handeln oder beim Lügen erwischt werden: Dann wird die Wolke immer dunkler. Klaus Eck zitiert Agnes Malinowski, die am Forschungsprojekt beteiligt war:
Glaubwürdig wird Handeln erst, wenn darüber glaubwürdig kommuniziert wurde.
Dies bezieht sich im Kontext zwar eher auf die externe Kommunikation, allerdings finde ich sowohl in der externen als auch in der internen Kommunikation den folgenden Satz passender:
Glaubwürdig wird Kommunikation erst, wenn glaubwürdig gehandelt wurde.
Sicherlich ist meine Haltung von meiner eigenen Situation geprägt. Ich war schon in anderen Unternehmen, da hätte ich gesagt: Ein Viertel nur – das kann nicht sein. Aber momentan…
In diesem Sinne
Ihr Un Managed
February 20, 2006
Es knallt (2)
Es hatte ja geknallt mit unserem Chef. Jetzt knallt es wieder – mit unserem Chef-Chef.
Als im Bereichsmeeting nachgefragt wird wg. Informationen über eine Veranstaltung (wer soll wann genau zur Verfügung stehen) geht er an die Decke. Dabei möchten wir einfach nur wissen, was wir tun sollen. Er fühlt sich anscheinend persönlich angegriffen. Die Wellen schlagen hoch. Wir bringen weitere Beispiele dafür, dass wir nicht informiert sind. Er will immer nur Informationen geben, wenn die Daten endgültig und verabschiedet sind (von ihm?). Er rastet aus, als er erfährt, dass wir jemand anderen um Rat gebeten haben. Irgendwann bekommen wir die Zusage für einen Termin.
Dann gibt es tatsächlich nur zwei Tage später einen Gesprächstermin. Wir haben versuchen ihm zu erklären, dass wir einfach zu spät informiert werden und einfach nicht ernst genommen werden. Dass wir immer erst informiert werden, wenn alles schon gelaufen ist. Zunächst läuft es gut an, er geht etwas auf uns ein. Dann führt er das Gespräch immer mehr in Richtung Aufgabenbesprechung. Er will wissen, welche Tätigkeiten wir durchführen, er will eine Statistik. Die Diskussion ist noch nicht beendet, aber der Termin. Es wird in den nächsten Tagen einen zweiten Termin geben.
“Er hat sich bemüht”. Wirklich. Aber irgendwie glauben wir nicht, dass er unser Problem versteht. Dass wir nicht gefragt werden. Dass Fakten geschaffen werden. Dass andere mit unserer Arbeit beauftragt werden, ohne dass wir zuvor die Chance bekommen, die Arbeit selbst zu erledigen.
February 15, 2006
Es knallt
Wir verheimlichen. Wir sabotieren. Wir kommunizieren untereinander – aber nicht mit ihm.
Und er ist sauer, stinkesauer darüber. Weil einer von uns seine Anweisung hinterfragt hat, seine Meinung sachlich dazu geäußert hat, und ein Kollege anschließend zu ihm stürzte und sagte, dass es so nicht weitergehen könne (“Wir müssen miteinander reden.”).
Er ruft uns alle zusammen und sagt, er sei stinkesauer. Das müsse aufhören. Jeder ist der Ansicht, dass der andere nicht kommuniziert. Wir erfahren nichts. Er sagt, er erfahre selbst nichts. Wir sagen, er kopiere seinen Chef zu sehr. Wir blockieren. Er bleibt auf Distanz. Dann kommt – endlich – eine Art von Diskussion auf.
Wir wollen – alle – eine Diskussion. Das Problem bei solchen prompten Diskussionen ist, dass Emotionen zu sehr hochkochen. Wir wollen also in einem gemeinsamen Termin unser “kommunikatives” Problem besprechen. Allerdings hat unser Chef eine lange Woche keine Zeit… Er hat nicht gesagt, wo er sein wird und was er tun wird.
Die Atmosphäre ist gespannt. Wir verstehen nicht, warum das Miteinandersprechen nicht wichtig genug ist. Aber hoffentlich merkt er endlich, dass wir Informationen, Hintergründe und Kommunikation brauchen. Ein Kollege wacht nachts auf und denkt nur an die Firma. Wir sind Menschen.
February 14, 2006
Warum dieses Blog?
Dieses Blog habe ich erstellt, weil ich reden muss, formulieren muss – nicht weil ich mich outen will. Ich benutze dieses Blog als Speicher für Gedanken, für Stories, für Links auf interessante Themen. Und vielleicht reicht es auch für einen Austausch mit anderen über die Thematik.
Dieses Blog wird anonym bleiben. Deswegen werde ich auch keine Inhalte posten, die einen Rückschlüsse auf meine Person zulassen. Das ist schwierig, denn ich möchte schon von meinen Erlebnissen erzählen. Ich werde persönliche Erlebnisse verfremden (vielleicht nicht sofort posten, einiges werde ich gar nicht poste) – und dennoch etwas von mir durchblicken lassen.
Mal sehen, ob wie ich die Gratwanderung zwischen persönlicher Betroffenheit und objektivem Berichten und Verweisen hinbekomme.
February 13, 2006
Office Linebacker
Manchmal erfasst mich unbändige Wut. Wut ob meiner Hilflosigkeit, weil nichts hilft. Jegliche Kommunikationsversuche werden abgebügelt, es wird noch nicht mal informiert.
Da würde ich am liebsten Office Linebacker ordern. Er würde mir helfen, er würde meinen Chef im wahrsten Sinne des Wortes zurechtstauchen.
Schade, dass ich keine Telefonnummer oder Emailadresse habe…
February 10, 2006
Flugzeuge im Bauch
Wie fühlen Sie sich, wenn der Tag zu Ende geht? Und Ihr Chef so richtig unsensibel war?
Schalten Sie ab, Vorhang zu? Oder verfolgt Sie der Chef in ihren Gedanken? Schweifen Ihre Gedanken ständig zu dem abgelaufenen Arbeitstag?
Wie fühlen Sie sich, wenn der Tag beginnt? Und weitere seelenlose Kontakte bevorstehen?
Sagen Sie: “Na und, mir doch egal!” Oder haben Sie Flugzeuge im Bauch? Würden Sie am liebsten “blaumachen”?
Ich fühle mich gestresst. Der Puls geht hoch. Was kann ich nur tun, wie die Situation verbessern? Mache ich etwas falsch? Versteht er mich nicht? Oder will er mich nicht verstehen, bin ich ihm egal? Zaghafte Versuche von mir oder meinen Kollegen blockt er ab (keine Zeit, jetzt nicht, ich hab so viel zu tun, nächste Woche geht nicht), und bei hartnäckigeren Versuchen wird er bockig, zickig. Was mache ich falsch, was kann ich tun?
Fragen, Fragen, Fragen. Und es gibt keine Antworten darauf. Es sind keine Flugzeuge im Bauch, es ist ein großer Knoten. Und das Schlimme: Ich werde auch bockig und gereizt – zuhause, privat. Kleinigkeiten lassen mich an die Decke gehen.
Jo sagt “Der Chef macht krank” und führt Studien, einen Verhaltensforscher und eine Psychologin an:
Warum wir den Frust mit auf das heimische Sofa nehmen, erklären Psychologen so: In romantischen Beziehungen sind die Emotionen symbiotisch, sie mischen sich und fließen in beide Richtungen. Im Beruf aber existiert meist eine Einbahnstraße: Der Boss gibt die Richtung vor. Schlechte Stimmung, die von ihm ausgeht, strahlt direkt auf die Angestellten. Die Lösung klingt nur banal: Lernen Sie Ihren Chef verstehen und machen Sie sich von seinen Launen emotional frei. Wer seinen Vorgesetzten besser versteht, weiß, was ihn vielleicht gerade selbst belastet, nimmt vieles nicht mehr so persönlich.
Ich glaube ihm. Ich würde auch gerne meinen Chef besser verstehen. Aber er läßt mich (uns) nicht heran an sich. Vielleicht ist er einfach nur unsicher. Was kann ich nur tun…
Risiko-Management
Manche nennen es die “Die Parabel vom Schiff und vom Eisberg“, manche nennen es “Das Gesetz des schnellen Handelns“. Ich nenne es “Risiko-Management“:
Das Schiff ist mit einem Eisberg zusammengestossen. Der Eisberg riss ein grosses Loch in die Aussenwand des Schiffes. Wasser dringt ein. Das Schiff beginnt vollzulaufen.
Als der Kapitän von dem Unglück erfährt, beruft er sofort eine Kommission ein, welche den Grund für das Auftreten von Eisbergen in diesen Gewässern klären soll.
Wasser läuft in das Unterdeck. Die Passagiere beginnen sich zu beschweren, weil sie nasse und kalte Füsse bekommen, wenn sie über die Gänge laufen.
Der Kapitän beruft eine weitere Kommission von Spezialisten, welche die Ursache für das Loch bestimmen und die Grösse des Loches vermessen sollen. Ausserdem werden sie die Menge des eindringenden Wassers pro Minute berechnen.
Das Schiff beginnt zu sinken.
Die Loch-Kommission kommt zu dem Ergebnis, dass nicht das Auftreffen des Eisbergs auf das Schiff für das Loch in der Aussenwand verantwortlich ist, sondern der Zusammenstoss des Schiffes mit dem Eisberg. Ausserdem wird errechnet, dass pro Minute 500 Liter Wasser eindringen. Das Eindringen des Wassers wird weiterhin kontinuierlich und genau beobachtet.
Auf dem Schiff sind mittlerweile alle genaustens über die derzeit pro Minute eindringende Wassermassen informiert. Die Gesamtlast des Schiffes liegt 240% über der zulässigen Höchstschwelle.
Das Schiff liegt tief im Wasser und sinkt weiter.
Die Eisberg-Kommission trägt ihr Ergebnisse vor, und man weiss nun ganz genau, was im nächsten Winter auf dieser Schifffahrtsroute getan werden muss, um das Auftreten von Eisbergen zu verhindern.
Es wird diskutiert, das Schiff mit 80% seiner Kraft in Richtung Süden fahren zu lassen, um möglichst schnell in wärmere Gewässer vorzustossen. Das würde die nassen Füsse weniger unangenehm erscheinen lassen. Sie wären dann zwar immer noch nass, aber nicht mehr kalt.
Das Schiff sinkt weiter.
Der Steuermann lässt die Maschinen starten, damit endlich etwas geschieht. Das Schiff sinkt zwar immer noch, aber jetzt bewegt es sich dabei vorwärts.
Es werden weitere Massnahmen diskutiert, die zukünftige Eisberge unmöglich machen sollen.
Angesichts des immer weitere steigenden Wasserstands wird beschlossen, die Pumpen anzuwerfen. Dank 70%er Pumpleistung kann die eindringende Wassermenge um 7% von 500 Liter pro Minute auf 465 Liter pro Minute gesenkt werden. Ein grosser Erfolg!
Das Schiff sinkt weiter.
Der Kapitän ordnet an, dass die Passagiere am besten in ihren Kajüten bleiben und die Türen fest verschlossen halten mögen, um das Eindringen von Wassers zu verhindern. Die Passagiere sind unzufrieden mit dieser Massnahme. 57% wünschen, dass das Wasser nicht mehr eindringt und sie ihre Kajutentüren wieder öffnen können. Ausserdem soll der Steuermann entlassen werden, weil er zu spät gehandelt hat. Damit hofft man, die Lage in den Griff zu bekommen.
Es wird erwogen, die Pumpleistung weiter zu erhöhen. Die Idee wird verworfen. Die Pumpen würden wegen der grossen Belastung in 3 Monaten nicht mehr funktionieren. Das würde grossen wirtschaftliche Schaden für die Rederei bedeuten.
Das Schiff sinkt weiter.
Der Kapitän informiert sich über Funk, welche Massnahmen andere Schiffe zur Vermeidung von Kollisionen mit Eisbergen getroffen haben. Es wird überlegt, diese Massnahmen gleich für die nächste Fahrt im nächsten Herbst verbindlich umzusetzen.
Das Schiff ist gesunken.
Gefunden bei Blogwiese. Via Basic Thinking.
February 9, 2006
The IT Crowd
Ihr Chef hat voll den Durchblick. Oder nicht? Geht es Ihnen etwa wie den beiden Systemadministratoren in “The IT Crowd”?
Für alle unbeachteten Systemadministratoren dieser Welt hat der Britische Sender “Channel 4″ die Sitcom “The IT Crowd” ins Leben gerufen. Zwei Geeks, die im Keller eines Unternehmens den Laden am Laufen halten, bekommen einen neuen Chef. Besser gesagt eine Chefin – und sie hat keine Ahnung von Computern.
Gefunden bei eXile.
Hab mir mal die Homepage der Serie angesehen. Bin neugierig geworden. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Leider gibt es die Videos für den Start der Serie zum Download nicht außerhalb von UK (IP-Prüfung?). Und Bittorrent ist nicht mein Ding.
Kommt Ihnen das auch so bekannt vor? Wie, Ihnen fehlt die Vorstellungskraft? Kleiner Tipp: Sie müssen keine Systemadministrator sein. Wichtig ist nur, dass Ihr Chef keine Ahnung hat.
Bin da. Wer noch?
Hier bin ich also. Fühle mich ganz schön alleine. Keiner sonst ist da.
Na klar, da gibt es noch die Kollegen. Aber die – die zählen doch nicht. Die arbeiten doch nur. Wo sind denn die anderen? Diejenigen, die kräftig führen – die Führungskräfte.
Manchmal sehe ich welche. Aber die sind aus anderen Bereichen. Also wo sind meine? Keine(r) da! Also da sind schon welche da, die da da rumlaufen und was sagen. Aber sie sagen mir nichts. Sie sind total … irgendwie nichtssagend.
Deswegen fühle ich mich schon lange so un.managed. Aber jetzt bin ich ja da.
In diesem Sinne.
Ihr Un Managed